Was der Körperwasseranteil bedeutet

Es heißt oft, der menschliche Körper bestehe größtenteils aus Wasser. Daher ist es kein Wunder, dass der Körperwassergehalt ein wichtiger Parameter der Körperzusammensetzung ist! Doch was genau versteht man unter Körperwasser, und was ist ein normaler Körperwassergehalt? Was bedeutet Dehydrierung, und woran erkennt man sie?
Körperwasser
In Überlebenssituationen bezieht sich die „Dreierregel“ auf die Prioritäten, die der Körper zum Überleben benötigt. Man kann drei Wochen ohne Nahrung, drei Tage ohne Wasser, drei Stunden ohne Schutz in einer unwirtlichen Umgebung und drei Minuten ohne Luft überleben. Körperwasser ist also lebensnotwendig, und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die optimale Funktion der Organe, die Temperaturregulierung, die Durchblutung und die allgemeine Gesundheit unerlässlich.
Normalbereich
Der normale Körperwasseranteil variiert mit Alter und Geschlecht. Bei Säuglingen ist er tendenziell höher (ca. 75 %), nimmt mit dem Erreichen des Erwachsenenalters ab und bleibt dann im Erwachsenenalter relativ konstant. Im Allgemeinen haben Männer (50–65 %) einen höheren Körperwasseranteil als Frauen (45–60 %).


(Bitte beachten Sie, dass sich der Körperwassergehalt während der Schwangerschaft erheblich verändern kann.)
Besonders interessant ist, dass der Körperwasseranteil sehr stark mit der Muskelmasse korreliert! Wie in einer Studie bestätigt wurde.Studie, veröffentlicht im Journal of Nutrition, Health & Aging im Jahr 2019Die Forscher stellten fest, dass zwischen Körperwasser und Muskelmasse ein Korrelationskoeffizient von 0,89 besteht und dass das Körperwasser sowohl bei Männern als auch bei Frauen positiv mit dem Barthel-Index (funktionelle Leistungsfähigkeit) und der Gehgeschwindigkeit korreliert.
Das liegt daran, dass Muskeln einen hohen Wassergehalt haben, während Fett im Vergleich dazu relativ wenig Wasser enthält. (Dies ist ein Schlüsselprinzip der bioelektrischen Impedanzanalyse!) Daher haben Menschen mit einem höheren Körperfettanteil tendenziell einen geringeren Körperwasseranteil als Menschen mit einem niedrigeren Körperfettanteil. Beispielsweise hat jemand mit 20 Prozent Körperfett einen höheren Körperwasseranteil als jemand mit 40 Prozent Körperfett.
Die Empfehlungen zur empfohlenen täglichen Trinkmenge sind vielfältig. Die traditionelle Richtlinie von „X Gläsern pro Tag“ wird mitunter durch den scheinbar intuitiven Ratschlag „Trinken Sie, wenn Sie Durst haben“ infrage gestellt. Ein weiterer gängiger Ratschlag lautet: „Ihr Urin sollte klar und nicht gelb sein. Gelber Urin ist ein Zeichen von Dehydrierung.“
Was bedeutet es, dehydriert zu sein?
Generell gilt: Dehydration – also ein Mangel an Körperflüssigkeit – entsteht durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr oder durch einen höheren Flüssigkeitsverlust als die aufgenommene Flüssigkeitsmenge. Körperliche Anstrengung (insbesondere bei heißem Wetter), die Ernährung oder Erkrankungen wie Fieber, anhaltendes Erbrechen oder Durchfall können zu Dehydration führen, wenn der Flüssigkeitsverlust nicht ausreichend ausgeglichen wird. Verschiedene körperliche Symptome können auftreten, wenn der Körper dehydriert ist und seine normalen Funktionen nicht mehr reibungslos ausführen kann, wie beispielsweise dunkelgelber Urin, Durst, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelkrämpfe und vieles mehr.
In den meisten Fällen lässt sich Dehydrierung am einfachsten durch ausreichendes Trinken behandeln. In schweren Fällen können intravenöse Infusionen verabreicht werden, um den Körper schneller mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Kann man „überhydriert“ sein?
Generell reguliert der Körper den Wasserhaushalt effektiv selbst, und es ist sehr schwer, durch zu viel Wassertrinken eine „Überhydrierung“ zu erreichen, da man natürlicherweise den Drang verspürt, das überschüssige Wasser wieder auszuscheiden und so ein normales Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Es ist jedoch möglich, dass der Körper zu viel Wasser speichert oder es nicht wie gewohnt ausscheiden kann. Dieses überschüssige Wasser wird als „Wassergewicht“ bezeichnet. Verschiedene Erkrankungen, beispielsweise solche, die durch Nieren- oder Herzprobleme verursacht werden, stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Wassergewicht, da der Körper Schwierigkeiten hat, das richtige Gleichgewicht zu halten.
Bei ansonsten gesunden Menschen ist eine vorübergehende Wassereinlagerung im Körper nicht unbedingt ein Anzeichen für ein Gesundheitsproblem. Beispielsweise kann eine erhöhte Salzzufuhr zu Wassereinlagerungen führen.
Warum ist es wichtig, den eigenen Körperwasseranteil zu bestimmen?
Sie brauchen wahrscheinlich keinen Körperanalyse-Scanner, um zu wissen, dass Sie Durst haben. Allerdings ist es sehr hilfreich, den eigenen Körperwassergehalt zu kennen, um die Ursache von Gewichtsschwankungen zu ermitteln!
Wenn man beispielsweise eine Diät beginnt – was in der Regel eine kalorienreduzierte Ernährung meint –, verliert man meist zuerst Wasser, bevor der Körperfettanteil deutlich abnimmt. Wenn Sie also bemerkt haben, dass Ihr Gewicht auf der Waage sinkt, ist es wichtig, zunächst abzuklären, ob es sich tatsächlich um einen Abbau von Körperfett oder lediglich um Wasserverlust handelt.
Wir hoffen, dass wir damit verdeutlichen konnten, wie der Körperwassergehalt ein sehr nützliches Maß für die Körperzusammensetzung sein kann!

