Worin bestehen die Unterschiede zwischen BIA-Geräten für die Messung im Stehen und im Liegen?


Kurzantwort: Bequemlichkeit
 
Jeder Gerätetyp hat seine Vor- und Nachteile. Stehende BIA-Geräte sind im Vergleich zu liegenden BIA-Geräten schneller und bequemer in der Anwendung. Die meisten professionellen BIA-Geräte sind heutzutage für den Stehbetrieb ausgelegt.
 
Umgekehrt sind für Patienten, die nicht stehen können, BIA-Geräte in Bauchlage unter Umständen die einzige Messmöglichkeit. Als die BIA in den 1980er-Jahren entwickelt wurde, gab es zunächst nur Geräte für die Messung in Bauchlage. Nachdem in den 1990er-Jahren Geräte für die Messung im Stehen entwickelt wurden, werden Geräte in Bauchlage heutzutage hauptsächlich für spezielle Anwendungen eingesetzt, nämlich für Patienten, die keine BIA-Geräte im Stehen verwenden können.
 
Hinsichtlich des Messprinzips verwenden sowohl stehende als auch liegende BIA-Geräte das gleiche Prinzip; beide messen die bioelektrische Impedanz und verwenden diese zur Berechnung der Körperzusammensetzung.
 
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Impedanz (und verwandte bioelektrische Indikatoren wie Widerstand und Reaktanz) je nach Position naturgemäß unterschiedlich ist. Daher sollten Impedanzwerte nicht direkt zwischen verschiedenen Positionen verglichen werden. Um eine gleichbleibende Genauigkeit der Körperzusammensetzungsanalyse unabhängig von der Position zu gewährleisten, sollten Algorithmen für unterschiedliche Körperpositionen entwickelt werden.
 
Wissenschaftliche Forschung
Zur Veranschaulichung betrachten wir eine Forschungsarbeit, die in der Zeitschrift veröffentlicht wurde.Internationale Zeitschrift für Umweltforschung und öffentliche GesundheitDie beobachteten Unterschiede in der bioelektrischen Impedanzanalyse und der Körperzusammensetzung zwischen Bauch- und Stehposition sowie zwischen Sitz- und Stehposition sind nicht besonders überraschend, da eine unterschiedliche Verteilung der Körperflüssigkeiten in verschiedenen Positionen zu erwarten ist.
 
Berechnete Parameter wie intrazelluläres und extrazelluläres Wasser unterschieden sich signifikant zwischen Rückenlage und Stehen sowie zwischen Sitzen und Stehen. Auch direkt gemessene Parameter wie der Phasenwinkel variierten je nach Körperhaltung.
 
Die Körperposition hatte jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die prozentualen Anteile und absoluten Werte der Gesamtfettmasse und der fettfreien Masse. Anders ausgedrückt: Obwohl wir nicht empfehlen, die Ergebnisse der Körperzusammensetzungsanalyse im Liegen mit denen im Stehen zu vergleichen, lässt sich bei konsequenter Verwendung desselben Gerätetyps die Veränderung der Körperzusammensetzungsindikatoren dennoch präzise erfassen.
 
Zusammenfassung
Obwohl sie einfacher und bequemer zu bedienen sind, sind Körperanalysegeräte für die Messung im Stehen nicht grundsätzlich genauer oder ungenauer als ältere Geräte für die Messung in Rückenlage. Die Ergebnisse verschiedener Gerätetypen sollten nicht direkt verglichen werden. Die Entscheidung für die Messung im Stehen oder in Rückenlage hängt jedoch im Wesentlichen davon ab, welche Position für den Patienten am praktischsten ist.