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Wie misst man die Körperzusammensetzung?
Es gibt verschiedene Methoden zur Bestimmung der Körperzusammensetzung. Welche ist die „beste“? Manche sind schnell und günstig, liefern aber nur grundlegende Informationen. Andere sind genauer, aber meist deutlich teurer und zeitaufwendiger.
In diesem Artikel geben wir einen kurzen Überblick über verschiedene Methoden, die üblicherweise der breiten Öffentlichkeit oder Fachleuten zur Verfügung stehen, um den Körperfettanteil und andere Komponenten der Körperzusammensetzung zu bestimmen.
Gewicht/Größe

Der Body-Mass-Index (BMI) kombiniert Gewicht und Größe, sodass das Gewicht unabhängig von Größenunterschieden normalisiert werden kann. Der BMI wird üblicherweise in die Kategorien „niedrig“, „normal“, „übergewichtig“ und „adipös“ unterteilt. Da er schon lange verwendet wird, liegen zahlreiche nationale Referenzdaten vor, die zur Einordnung der Ergebnisse herangezogen werden können. Da der BMI jedoch nicht zwischen Muskel- und Fettmasse unterscheidet, ist er als Schätzung des Körperfettanteils weniger geeignet, insbesondere bei sehr muskulösen Personen.
Taille-Hüft-Umfang

Der Bauchumfang (insbesondere im Vergleich zum Taillenumfang) dient als Indikator für viszerales Fett um die inneren Organe (da mehr Fett im Allgemeinen einen größeren Taillenumfang bedeutet), welches wiederum stärker mit Adipositas-bedingten Erkrankungen korreliert. Die Methode ist nicht perfekt, da sie auch subkutanes Fett unter der Haut erfasst, aber dennoch recht nützlich, wenn präzisere Messmethoden nicht verfügbar sind.
Hautfaltenmessschieber

Hautfaltenmessgeräte gehören zu den technisch einfachsten Methoden zur Körperfettbestimmung. Dabei wird die Haut und das darunterliegende Unterhautfettgewebe an mehreren festgelegten Stellen (in der Regel 3 bis 7) des Körpers eingeklemmt und die Dicke der Hautfalte gemessen. Die Ergebnisse werden anhand der gemessenen Dicke berechnet. Obwohl die Geräte selbst kostengünstig sind, kann ihre Anwendung aufgrund der notwendigen Messungen an mehreren Stellen und der erforderlichen Schulung relativ unpraktisch sein. Bei unerfahrenen Anwendern können die Ergebnisse deutlich ungenauer ausfallen.
Die Genauigkeit ist tendenziell auf schlankere oder nur mäßig übergewichtige Personen beschränkt, da es deutlich schwieriger ist, eine große Hautfalte zu greifen und zu halten, während man die Skala des Hautfaltenmessgeräts abliest. Zudem berücksichtigen die meisten nationalen Referenzdaten möglicherweise nicht deutlich größere Personen.
Körperdichte (Unterwasserwägung, Luftverdrängung)

Die Unterwasserwägung basiert auf dem Archimedischen Prinzip, wonach die von einem eingetauchten Körper verdrängte Flüssigkeitsmenge seinem Volumen entspricht. Durch die Messung des Körpergewichts an Land und unter Wasser lässt sich die Körperdichte berechnen. Fett ist leichter als Muskeln und Knochen. Ist das Gewicht unter Wasser im Vergleich zum Gewicht an Land relativ hoch, deutet dies auf einen geringeren Körperfettanteil hin.
Eine Schwierigkeit bei der Unterwasserwägung (auch „hydrostatische Wägung“ genannt) besteht darin, dass sie mehrmaliges vollständiges Eintauchen in Wasser erfordert und daher insbesondere für Kinder oder übergewichtige Personen schwierig sein kann.

Ein weiteres, sehr ähnliches Gerät ist die Luftverdrängungsplethysmographie (ADP). Die Luftverdrängung funktioniert nach einem sehr ähnlichen Prinzip wie die Unterwasserwägung (die Berechnung erfolgt anhand der verdrängten Luftmenge anstatt des verdrängten Wassers), ist aber in der Regel einfacher anzuwenden, da die Testperson nicht die Luft anhalten muss.
Dual-Energy-Röntgenabsorptiometrie (DXA)

Die DXA-Methode nutzt Röntgenstrahlen, um ein detailliertes Bild des Körpers zu erstellen. Mithilfe von Algorithmen werden Knochendichte, Muskelmasse, Fettanteil und weitere Körperzusammensetzungswerte berechnet. Ein typischer Ganzkörperscan dauert etwa 15 Minuten und setzt die Testperson einer geringen Strahlendosis aus. Die DXA-Methode gilt im Vergleich zur BIA als Goldstandard, da sie im Vergleich zu den genannten Methoden relativ einfach anzuwenden ist und eine Vielzahl von Messwerten liefert.
Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA)

BIA-Geräte wie der Charder MA801 Körperanalyse-Scanner (siehe Abbildung) senden einen kaum spürbaren elektrischen Strom durch den Körper, um dessen bioelektrische Impedanz zu messen und daraus die Körperzusammensetzung zu berechnen. Das Grundprinzip beruht darauf, dass verschiedene Gewebearten aufgrund ihrer Leitfähigkeit unterschiedliche Impedanzwerte aufweisen. Fett leitet Strom beispielsweise deutlich schlechter als Muskeln (die einen hohen Wassergehalt haben), sodass ein BIA-Gerät zwischen den beiden unterscheiden kann. Die Genauigkeit kann je nach Hersteller stark variieren. Daher ist die Validierung durch Vergleich mit Goldstandards sowie die kontinuierliche Forschung und Verbesserung der Algorithmen unerlässlich. Die Messergebnisse liegen in weniger als einer Minute vor und es treten keine Nebenwirkungen auf.
Wie Sie anhand der oben aufgeführten Methoden sehen können, gibt es kein allgemeingültiges „bestes“ Verfahren zur Bestimmung der Körperzusammensetzung. Die geeignetste Lösung hängt von Ihrem Budget, Ihren Bedürfnissen, dem gewünschten Genauigkeitsgrad und weiteren Faktoren ab.

